LaTeX: Vergleich der Dokumentklassen
Unterschiede zwischen verschiedenen Dokumentklassen
LaTeX ist ein Textsatzsystem, das zur Erstellung von ansprechend gestalteten komplexen Dokumenten geeignet ist. LaTeX bietet mehrere Dokumentklassen, die die Gesamtstruktur und Formatierung eines Dokuments bestimmen. Dieser Leitfaden ist Teil unseres Documentation Tools in 2026: Markdown, LaTeX, PDF & Printing Workflows-Hubs.
Hier ist eine Liste dieser LaTeX-Dokumentklassen und deren Hauptparameter.

Die Deklaration der Dokumentklasse befindet sich am Anfang eines LaTeX-Dokuments und sieht wie folgt aus:
\documentclass[a5paper, 10pt, twoside, twocolumn]{extarticle}
Die Hauptdokumentklassen sind article, report und book, jeweils für unterschiedliche Arten von Dokumenten konzipiert.
Article-Klasse
Die article-Klasse ist am vielseitigsten und am häufigsten genutzt. Sie eignet sich für:
- Wissenschaftliche Zeitschriftenartikel
- Kurze Berichte
- Präsentationen
- Programm-Dokumentation
Die article-Klasse enthält keine Kapitel und hat in der Regel keine separate Titelseite.
Report-Klasse
Die report-Klasse ist der article-Klasse ähnlich, enthält aber zusätzliche Funktionen:
- Unterstützt Kapitel (\chapter-Befehl)
- Erzeugt automatisch eine Titelseite
- Eignet sich für längere Dokumente, wie z. B. Abschlussarbeiten oder kleine Bücher
Book-Klasse
Die book-Klasse ist für längere und komplexere Dokumente konzipiert:
- Enthält Kapitel
- Unterstützt Vorsatz- und Nachtragsmaterialien (z. B. Index)
- Nutzt standardmäßig Doppelseitendruck
- Bietet spezifisches Formatierung für Veröffentlichungszwecke
Vergleichstabelle
| Merkmal | Article | Report | Book |
|---|---|---|---|
| Länge | Kurz | Mittel bis Lang | Lang |
| Kapitel | Nein | Ja | Ja |
| Titelseite | Optional | Standard | Standard |
| Seitennummern | Unten | Oben | Wechselnd |
| Verwendung | Wissenschaftliche Artikel, kurze Dokumente | Abschlussarbeiten, längere Berichte | Bücher, Veröffentlichungen |
Weitere spezialisierte Klassen umfassen letter (für Korrespondenz), beamer (für Präsentationen) und memoir (eine erweiterte Buchklasse).
Beim Auswahl einer Dokumentklasse sollten Sie die Länge, Komplexität und formellen Anforderungen Ihres Dokuments berücksichtigen. Falls Sie unsicher sind, beginnen Sie mit der article-Klasse und passen Sie sie bei Bedarf an.
Weitere Dokumentklassen
Obwohl die Standard-Latex-Dokumentklassen wie article, report und book weit verbreitet sind, gibt es mehrere weniger bekannte Dokumentklassen, die spezifische Zwecke erfüllen:
-
standalone: Diese Klasse ist dafür konzipiert, eigenständige Grafiken oder Dokumentausschnitte zu erstellen, die eigenständig kompiliert werden können. Sie ist besonders nützlich für das Erstellen von Grafiken oder Diagrammen, die leicht in andere Dokumente eingefügt werden können.
-
minimal: Wie der Name schon sagt, ist diese Klasse so minimal wie möglich. Sie legt nur eine Seitengröße und eine Grundschrift fest, wodurch sie hauptsächlich zum Debuggen nützlich ist.
-
proc: Diese Klasse basiert auf der article-Klasse, ist aber speziell für Konferenzverhandlungen konzipiert.
-
IEEEtran: Diese Klasse ist für Artikel konzipiert, die dem IEEE Transactions-Format folgen, was in technischen und Informatikpublikationen häufig verwendet wird.
-
KOMA-Script-Klassen: Diese umfassen scrartcl, scrreprt und scrbook, die erweiterte Versionen der Standard-artikel-, report- und book-Klassen sind und zusätzliche Funktionalität und Anpassungsoptionen bieten.
-
beamer: Obwohl beamer hauptsächlich für Präsentationen bekannt ist, ist sie wertvoll als spezialisierte Klasse für die Erstellung professioneller Folien.
-
memoir: Die memoir-Klasse ist eine äußerst vielseitige und flexible LaTeX-Dokumentklasse, die für eine Vielzahl von Dokumenttypen genutzt werden kann. Sie ist nicht auf einen einzigen Dokumenttyp beschränkt und kann für viele Zwecke angepasst werden:
Die memoir-Klasse ist eine äußerst vielseitige und flexible LaTeX-Dokumentklasse, die für eine Vielzahl von Dokumenttypen genutzt werden kann. Sie ist nicht auf einen einzigen Dokumenttyp beschränkt und kann für viele Zwecke angepasst werden:
Die memoir-Klasse bietet umfangreiche Anpassungsoptionen, die es Nutzern ermöglichen, das Erscheinungsbild des Dokuments ihren spezifischen Anforderungen anzupassen. Sie integriert die Funktionalität von über 30 beliebten Paketen, was die Präambel vereinfacht und Werkzeuge für die Anpassung von Seitenaufmachung, Kopf- und Fußzeilen sowie Abschnittstiteln bereitstellt. Memoir unterstützt eine breite Palette von Schriftgrößen, von 9pt bis 60pt (oder sogar größer mit skalierbaren Schriften), was sie für verschiedene Dokumenttypen und Zwecke geeignet macht.
Obwohl memoir äußerst leistungsstark ist, ist es wert zu erwähnen, dass sie im Vergleich zu einfacheren Klassen eine steilere Lernkurve haben kann. Ihre umfassende Dokumentation und Flexibilität machen sie jedoch zu einer mächtigen Wahl für Nutzer, die feine Kontrolle über das Design und Layout ihres Dokuments benötigen.
Diese weniger bekannten Klassen bieten spezialisierte Funktionen und Formatierungsoptionen, die für bestimmte Dokumenttypen oder Zwecke wertvoll sein können. Beim Auswahl einer Dokumentklasse sollten Sie die Länge, Komplexität und formellen Anforderungen Ihres Dokuments berücksichtigen, um die passendste Option auszuwählen.